Marine

Amarok in Blau….

Ich begann meine Laufbahn als Marinesoldat im Januar 1989. In der Grundi in Eckernförde wurde ich zum „Puster“, den Bordfunkern, ausgebildet. Ich lernte Morsezeichen zu hören und in handgeschriebenen Text um zu wandeln und übte mich im Fernschreibmaschineschreiben. Dazu dann die bis dato gültige „Grüne Ausbildung“ mit lustigem Zelten irgendwo in der Nähe von „Ecktown“. Summa summarum also vorbildlicher Abenteuerurlaub in Schleswig Holstein!

Von da aus ging es nach Flensburg, wo meine Ausbildung vertieft wurde. Es folgte ein Praktikum an Bord und danach die Ausbildung zum Maaten an der Marineunterffozierschule in Plön – nochmal Zelten, Schießen und viel theoretischer Unterricht. Nach Abschluss der Ausbildung am Plöner See und einhergehender Beförderung vom Obergefreiten (damals wurde man noch nicht nach 6 Monaten OG!) zum Maaten ging es wieder an Bord.

Aufgrund gesundheitlicher Probleme musste ich allerdings meinen Borddienst quittieren und fand mich in einem Bunker nahe Wilhelmshaven wieder, wo ich im Schichtdienst nichts anderes tat als Funken! Klar, ein wenig Schießen, Marschieren etc. war auch dabei, aber im großen und ganzen war ich reiner Funker.

Ich hatte dann vier Jahre Bundeswehr hinter mir und beschloss, dass das Zivilleben für mich doch besser sei. In den kommenden Jahren machte ich meine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker, an deren Ende der GEsellenbrief stand. Aber ich konnte dann irgendwie doch nicht ohne meine Marine auskommen und ich bewarb mich als Wiedereinsteiger. Glücklicherweise nahm man mich wieder an und ich ging zunächst wieder für ein Jahr in den Bunker, wo ich meine erste Dienstzeit abgeschlossen hatte. Neue Gesichter, neue Technik, neue Aufgaben. Ein ideales Umfeld um mich auf die Fortsetzung meiner Karriere vor zu bereiten. Ich bewarb mich für die Laufbahn zum Bootsmann (Feldwebel bei Heer und Luftwaffe) und durfte dann nach einem Jahr Schichtdienst wieder nach Plön.

Ein Quartal wieder „rödeln“, Strammstehen inklusive, sowie erweiterte Ausbildung zum Vorgesetzten – auch unter der Prämisse, eines Tages Ausbilder zu werden. Hinzu kamen noch Deutschunterricht sowie Geschichte. Man gab sich wirklich Mühe mit uns, denn schließlich sollten wir auch, als fertige PUO’s, die Marine bestmöglich repärsentieren. Egal ob im Ausland oder in der Heimat.

Von Plön aus ging es dann noch mal für sechs Monate nach Flensburg, wo wir in unserer Fachrichtung weiter ausgebildet wurden. Hochinteressante Fachrichtung, die Funkerei bzw. Fernmelderei, kann ich auch heute noch immer wieder bestätigen. Immerhin können wir Funker Nachrichtenverbindungen – ohne Draht – in alle Welt aufbauen. Da stehen wir den Amateurfunkern in nichts nach.

Dummerweise ging es für mich nach Flensburg in eine völlig andere Verwendung: Informationstechnik. Von Computern hatte ich bis dato fast keinen Plan. Klar, ich wusste, wie ein Rechner eingeschaltet wird und wie ich eine Maus bedienen muss. Aber das war es dann auch schon. Und da es in meiner neuen Verwendung in Glückstadt (Elbe) darum ging, ein komplettes Gebäude als Domäne zu vernetzen musste ich mich wirklich ordentlich reinknieen. Ich hab viel gelernt und wurde dafür durch entsprechend gute Beurteilungen belohnt – und nicht nur mit guten Beurteilungen.

Ich bewarb mich zum Berufssoldaten und wurde nach anfänglichen Schwierigkeiten in diesen Status übernommen. Ich durfte wieder in den Schichtdienst im Bunker von Wilhelmshaven und war nun dort der Funkmeister einer Fernmeldewache. Es kam wieder neue Technik hinzu; vom PC-gestützten Verarbeiten von eingehenden Nachrichten bis zu adativen Funkanlagen, die völlig ohne Zutun eines Funkers die beste Verbindung zur Gegenstelle suchen, um die Nachricht zu übermitteln. Schöne Aussichten – nach der zivilen Seefahrt war damit auch das Ende der Berufsfunker der Marine eingeläutet.

Meine personalbearbeitende Stelle war nach drei Jahren der Meinung, ich hätte genug Erfahrung gesammelt, um diese an junge Soldaten weiter zu geben – man berief mich zum Ausbilder nach Bremerhaven. Die Schule in Flensburg war im Zuge der Umstrukturierung der Marine in der Marineoperationsschule in Bremerhaven aufgegangen. Und so bildete ich angehende Unteroffiziere und Portepeeunteroffiziere der Marine in der Handhabung und Bedienung von Fernmeldesystemen aus, erklärte ihnen die Geheimnisse von Windows und durfte mit ihnen auch zu praktischen Ausbildungsanteilen in der Weltgeschichte herumfahren.

Nachdem ich das zwei Jahre machen durfte sollte ich wieder in die IT einsteigen, dabei aber an der MOS verbleiben. Ich arbeitete mich ins Netzwerk der Schule ein und durfte dazu zusätzlich noch Lehrgänge in Dresden besuchen (schöne Stadt übrigens!). Denn mein Aufgabenfeld dort umfasste die Administration eines windowsbasierten Netzwerks von recht beachtlichen Ausmaßen. Hinzu kam die Administration von Lotus Notes und die Bearbeitung von Hard- und Softwareproblemen.

Mittlerweile bin ich in Kiel gelandet und leite eine Fernmeldewache beim Marinefliegergeschwader 5. Das MFG 5 stellt unter anderem die bekannten SAR (Search and Rescue) Hubschrauber, die Verletzten oder in Seenot geratenen Wassersportlern, Seefahrern und Badewannenkapitänen zu Hilfe kommen, wenn die See versucht, ihren Tribut zu fordern. Allerdings hat dieses Geschwader Anfang 2013 von Kiel nach Nordholz bei Cuxhaven verlegt. Da meine Frau und ich aber in Schleswig-Holstein bleiben wollten ging es für mich dann Flensburg. Und zwar dahin zurück, wo ich schon zweimal war…

Fehlendes Bildmaterial reiche ich nach, keine Bange!